Individuelle Lösungsansätze bei der Aufarbeitung von Prozesswasser

Wirtschaftliche und umweltbewusste Aufarbeitung von Emulsionen

Kühlschmierstoff-Emulsionen und Prozesswässer aus nach der spanenden Bearbeitung folgenden Reinigungsschritten sind oftmals ein Cocktail aus komplex zusammengesetzten Produkten: Neben Feststoffanteilen und Spänen finden sich gewässergefährdende Komponenten wie Wachse, chlorierte Paraffine, EDTA, Ethoxylate, Schwermetalle und Biozide in den Emulsionen. Diese Additive sind für die Funktion und Anwenderfreundlichkeit unverzichtbar, stellen aber bei der Entsorgung der Abwässer ein Problem dar.

Aufarbeitung oder Entsorgung von Emulsionen?

Eine Einleitung der Emulsionen als Abwasser nach einer biologischen oder physikalisch-chemischen Behandlung scheitert oftmals an strengen Einleitgrenzwerten des Abwassers (z.B. CSB, BSB5, Schwermetalle oder Kohlenwasserstoffe), oder ist technisch nur mit hohem Aufwand zu realisieren. Vielfach werden in diesen Fällen die Emulsionen zu hohen Kubikmeterpreisen entsorgt, was meist mit einem beachtlichen Anteil in den Produktionskosten zum Tragen kommt.
Ab einer Jahresmenge von ca. 150 m³ Produktionsabwässer wie Kühlschmierstoffemulsionen oder Waschwässer ist die Aufarbeitung vor Ort die wirtschaftlich interessante Variante.

H2o Gmbh - process water engineering / Verdampfer / Vakuumdestillation / Abwasseraufbereitung / Emulsionsaufbereitung / Druckguss / Oberflächentechnik / u.v.m. ...
Aufarbeitung von Emulsionen durch thermische Abwasserbehandlung

Eine kostengünstige und umweltschonende Alternative zur Entsorgung oder Abwasserbehandlung mit chemisch-physikalischen Konzepten bietet die Abwasseraufarbeitung mittels VACUDEST®-Verfahren.

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Einsparung der Entsorgungskosten durch Anwendung des VACUDEST®-Verfahrens. In vielen Fällen liegt die Amortisationszeit unter 2 Jahren

Diese Vakuumverdampfer-Anlagen werden von der H2O GmbH in Steinen bei Lörrach gebaut und entwickelt.


Funktion und Leistungsspektrum der Vakuumdestillation


Kernstück der Aufarbeitung ist der VACUDEST®-Verdampfer der Firma H2O. Das einge-setzte Verfahren der mechanischen Brüdenverdichtung kommt mit einer Vakuumpumpe als einzigem Energieverbraucher im Verdampfer aus. In der VACUDEST® wird ein Unterdruck erzeugt, der den Siedepunkt der Emulsion deutlich herabsetzt. Der gleichzeitig durch die Vakuumpumpe verdichtete, überhitzte Destillatdampf wird zur Aufheizung des Prozesswassers verwendet. Dies bewirkt einen sehr niederen Energieverbrauch im Vergleich zur Destillation mit Fremdheizung. Pro Liter Wasser werden nur 55-65 Wh benötigt.
Im Rohrbündelverdampfer gibt der Dampf seine Kondensationsenergie an das gerade verdampfende Prozesswasser ab. Die Restwärme des heißen Destillats wird durch einen Rekuperator auf das eintretende Prozesswasser übertragen. Neben der Vakuumpumpe sind die Ventile zum Befüllen und Entleeren des Verdampfers die einzigen bewegten Teile im System. Beim Destillationsprozess entsteht neben dem sauberen Destillat ein hochkonzentrierter Rückstand, der durch Verbrennung thermisch entsorgt wird oder sogar Heizkraftwerken als Rohstoff dient.

Innovative Technik ist auch der Schlüssel für eine optimale Bedienung und Wartung der Anlage. Durch die ActivePowerClean-Technologie in der VACUDEST® wird Belagbildung im Wärmetauscher vermieden. Bei anderen Verdampfern ist dieser Anlagenteil eine sehr war-tungsintensive Komponente im System. Um die Wartungsaufwendungen auf ein Minimum zu reduzieren, hat die H2O einen selbstreinigenden Wärmetauscher entwickelt: Wirbelgut und eine Natur-Umlaufströmung verhindern Belagbildung. Zusätzlich ist die Anlage mit einer automatischen Spüleinrichtung ausgestattet. So können auch vom Prozesswasser berührte Anlagenteile, die nicht von der Wirbelschicht erreicht werden, optimal gepflegt werden, denn nur belagfreie Flächen garantieren einen optimalen Wärmeübergang und somit ein Minimum an Energieaufwand im System.
Die Anlagen zur thermischen Aufarbeitung haben eine Kapazität von bis zu 1.200 Litern pro Stunde und können im 24-Stunden-Betrieb gefahren werden.

Komplette Verfahren zur Wasseraufarbeitung

Doch der Vakuumverdampfer ist nur ein Teil des Know-hows, den die Ingenieure aus Stei-nen in die Aufarbeitungsprozesse für Kühlschmierstoffemulsionen und Produktionsabwässer gesteckt haben. Um das Kernstück der Aufarbeitungsanlage, den VACUDEST®-Verdampfer werden bedarfsorientiert komplexe Verfahrensschritte projektiert und mit den Anwendern abgestimmt. So entstehen schüsselfertige Lösungen – von der Laboruntersuchung über die Anlagenentwicklung bis hin zur Inbetriebnahme.
Dieser Service aus einer Hand sowie die bedarfsgerechte und kompetente Ausarbeitung des Verfahrens auf vielfältige Besonderheiten in den unterschiedlichen Produktionsprozessen sind wichtige Besonderheiten des H2O-Engineerings. So können bei Bedarf neben den anfallenden Emulsionen und Waschwässern z.B. auch

Gleitschleifabwässer
Druckguss-Wässer
Abwässer aus der Oberflächentechnik
Bodenreinigungswässer

mittels VACUDEST®-Verfahren aufgearbeitet werden.

Praxisbeispiel: Aufarbeitung von Kühlschmierstoffemulsionen

In einem typischen Verfahren zur Aufarbeitung von Kühlschmierstoffemulsionen

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VACUDEST® Aufarbeitungsanlage mit Vor- und Nachbehandlung des Prozesswassers

wird das Prozesswasser zunächst in einem Behälter gesammelt. Eventuell aufschwimmende Öle werden durch einen Ölskimmer abgetrennt. Dispergierte Metallstäube können durch einen Bandfilter weitestgehend aus dem Prozesswasser entfernt werden – ohne den Einsatz von Chemikalien. Das so vorgereinigte Wasser gelangt in den Vakuumverdampfer. Hier wird die ursprüngliche Abwassermenge drastisch reduziert: Aus 1m³ Emulsion entstehen ca. 960 Liter sauberes Wasser. Nur 40 Liter Konzentrat bleiben zurück.

Das destillierte Wasser zeichnet sich durch eine hohe Qualität aus und kann oftmals direkt zum Wideransatz von Emulsionen, zur Teilereinigung vor einer Oberflächenveredelung oder als Nachsetzwasser in Kühlkreisläufen verwendet werden. Durch die hohe Temperatur im Verdampfer ist das Destillat zudem keimfrei. In der Emulsion enthaltene Salze und Schwermetalle, wie Kupfer, Nickel, Chrom, verdampfen nicht und verbleiben im Rückstand. Der charakteristische elektrische Leitwert einer Emulsion liegt im Bereich von 800 bis 1000 µS/cm. Durch das VACUDEST®-Verfahren wird dieser auf bis zu 10 µS/cm im Destillat reduziert. Schwerflüchtige Kohlenwasserstoffe verbleiben ebenfalls fast vollständig im Konzentrat. So kann zweimal clever gespart werden: Entsorgungskosten werden minimiert und Kosten für Frischwasser drastisch gesenkt.

Werden sehr hohe Anforderungen an die Reinheit des Destillats gestellt, kann mit Hilfe der ClearCat®-Stufe glasklares, praktisch ölfreies Destillat erhalten werden. Der ClearCat® ist eine Katalysator- und Kondensationsstufe, welche direkt in der VACUDEST® integriert ist. Kohlenwasserstoff- Einleitgrenzwerte von 10 mg/l (KW-Index nach europäischer Norm ISO 9372) werden sicher unterschritten – ohne zusätzliche Nachbehandlung des Destillates. Die Kohlenwasserstoff-Reduktion funktioniert auf Basis von rein physikalischen, katalytischen Prozessen. Der ClearCat® benötigt keine Chemikalien oder sonstiges Verbrauchsmaterial.

Zusammenfassung

Vakuumdestillationsanlagen bieten eine zeitgemäße und wirtschaftliche Lösung zur Aufar-beitung von Druckgussemulsionen. Durch die hohe Qualität des Destillates wird eine Kreislaufführung und Wiederverwendung des Prozesswassers möglich, Frischwasserkosten werden drastisch reduziert. Die hohe Aufkonzentration des Aufarbeitungsrückstandes senkt die Entsorgungskosten auf ein Minimum.

Autor:
Dipl.-Ing. Peter Demarez
Vertrieb und Projektierung
H2O GmbH process water engineering


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Verdampfer – Vakuumdestillation – Abwasseraufbereitung – Emulsionsaufbereitung – Druckguss - Oberflächentechnik